Einmal Grodno und zurück...

Ein Reisebericht.

Vor gar nicht allzu langer Zeit trafen sich am frühen Morgen drei Menschen auf einem Bahnhof: Stefan, Johannes und Sara. Das Treffen war natürlich nicht zufällig. Sie waren verabredet, um zu dritt von Berlin nach Grodno zu reisen, ein schöner Ort in Weißrussland.

 

Und wie war das so? Am besten fange ich mit der Hinfahrt am Freitag an. Es ging mit der Bahn los von Berlin-Ostbahnhof über Warschau, Sokolko, Bialystock und einige andere Ortschaften. Allerhand unterschiedliche Züge mit verschiedenen Qualitätsstandards brachten uns dem Ziel immer näher. Zwischendurch trafen wir den Grodnoer Jugendlichen Artur auf dem Weg nach Hause von seinem Studienplatz in Polen. Und am Abend kamen wir dann wohlbehalten am Bahnhof in Grodno an. Dort hieß es dann noch einmal Papiere vorzeigen, Krankenversicherung abschließen und durch die Kontrolle gehen. Dahinter wartete schon Sascha, der Gemeindeführer, auf uns.

Bei ihm zu Haus angekommen empfing uns seine Frau Raissa mit einem reich gedeckten „Abendmahl“. Das ganze Wochenende über wurden wir mit vielen kulinarischen Spezialitäten verwöhnt. Vielen Dank dafür! Es war lecker. Und was zwischen den Mahlzeiten geschah? Irgendwo muss das Essen ja herkommen. Am Samstag fuhren wir drei also mit Sascha in die Stadt und gingen einkaufen. Im Supermarkt gab es neben vielen bekannten Produkten eine riesengroße Salami-Theke und eine sehr lange Tafel mit Torten in allen möglichen Variationen. Wer die Wahl hat, hat die Qual... Nach dem Einkauf ging es in die Altstadt. Mit unserer Jugendleiterin Olga und 50% der Jugendgruppe - also Artur - lernte ich die ca. 4000 Einwohner-Stadt Grodno kennen, mit dem Feuerturm, den Schlössern, dem Theater, vielen katholischen und orthodoxen Kirchen und einigem mehr. Da es draußen kalt war, wärmten wir uns zwischendurch in einem Museum auf und beendeten die Stadtführung in einem Cafe.Von dort holte uns Sascha mit dem Auto ab und zurück im „Gemeindehaus“ fand die erste Jugendgruppe in Grodno statt. Wir haben zusammen leckere Plätzchen gebacken für die Weihnachtsfeier am nächsten Tag. Am Kaffeetisch haben wir uns dann alle über die Jugend ausgetauscht, bevor Sascha Olga und Artur wieder nach Hause fuhr.

Am nächsten Morgen war Gottesdienst. Sascha holte alle Geschwister mit dem Auto ab. Gesungen wurden Weihnachtslieder aus unserem Gesangbuch, aber von den meisten Gottesdienstbesuchern auf russisch. Zur anschließenden Weihnachtsfeier gab es neben Obst und herzhaften Speisen die zur Jugendgruppe gebackenen Kekse und eine mühsam ausgesuchte Torte. Es wurde sich viel unterhalten, etliche Grüße ausgetauscht, gelacht, Weihnachtsmusik gehört und eine Geschichte vorgelesen. Am Nachmittag fuhr Sascha alle Geschwister wieder nach Hause.

Sascha, Stefan, Johannes und ich sind am Sonntagabend noch einmal in die Stadt gefahren, in das Atelier von Vaclav, einem Künstler aus der Gemeinde. Dort trafen wir auch wieder seinen Sohn Artur (die halbe Jugendgruppe) und Micha, einen Bruder der Gemeinde. Wir redeten viel über Gott, Grodno und die Welt, genossen die Künstler-Atmosphäre, sahen uns die verschiednen Bilder an und pflegten eine alte (weiß-)russische Tradition ;). Nach gefühlten wenigen Momenten, obwohl natürlich schon viel mehr Zeit vergangen war, ging es angeheitert zurück.

Am nächsten Morgen wartete sozusagen das letzte Morgenmahl auf uns. Nach dem Verzehr verabschiedeten wir uns von Raissa und fuhren mit Sascha zum Grenz-Bahnhof. Dort geleiteten uns Sascha und Micha noch zur Kontrolle und Gebührenentrichtung. Nach der Verabschiedung von beiden hieß es wieder den Sinn gen Westen zu richten. Im Zug angekommen konnte man Staunen, wie und wo überall Gepäck von einem Land ins andere transportiert werden kann. Wieder kamen diverse Grenzbeamte und Fahrkartenkontrolleure mehrerer Staaten und wir stiegen von einem Zug in den nächsten. Mit über 1,5 h Verspätung kamen wir wohlbehalten in der Nacht von Montag auf Dienstag in Berlin an.

Aus meiner Sicht waren die 4 Tage eine wunderschöne Zeit, in der man für einen Augenblick neue Dinge und Lebensweisen kennen lernen konnte. Vielen Dank für die Zeit in Grodno, - besonders an Sascha und Raissa! Die Jugend dort hat den Wunsch geäußert, dass mehr Jugendliche zu den Touren nach Grodno mitfahren. Also: sie freuen sich auf euch. Wer Interesse hat, melde sich bei unseren Jugendpredigern. Auf gehts! Eure Sara

 
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