Werte der Johannischen Jugend

von Tim Hartstock

„Wir sind die Johannische Jugend und haben ein heiliges Ziel; wir streben nach christlicher Tugend, das Irdische gilt uns nicht viel.“ Dieses Lied aus dem Gesangbuch lässt sich nur schwer mit dem Bild der Jugend von heute vereinen. Nicht das Lied an sich ist das Problem, sonders das was wir, die Jugend, aus dem Lied machen: „Wir sind die Johannische Jugend“. Schon hier ist ein Fehler, denn wir mögen zwar die Jugend sein, aber wir sind nicht eine Jugend. Es gibt die Johannische Jugend zweimal. Der Bruch ist meist zwischen 15,16 und 17. Also quasi eine jüngere und eine ältere Jugend. Die jüngere Jugend testet sich aus – was auch gut und wichtig ist- aber die Werte sind es, die zählen. Der Respekt nicht nur den Freunden gegenüber, sondern auch den Jugendleitern und allen anderen Jugendlichen. Genauso wie Hilfsbereitschaft. Es sind doch immer wieder die gleichen Leute, die am letzten Tag aufräumen und alles sauber machen. Genauso wie diese Selbstverständlichkeit, dass alles immer da ist und auch stattfindet, sei es eine Party („Irgendeiner wird sich schon kümmern“), die so beliebte Frage nach dem Küchendienst oder dass ich immer mit meinem besten Freund zusammen arbeite und auch immer nur Arbeit, die ich will und machen möchte.

„und haben ein heiliges Ziel;“: Heißt dass man sich auf jeder Party sinnlos abschießt? Wohl kaum. Dieses Problem trifft aber beide Altersgruppen der Jugend. Bloß wie kann das sein? Wie kommen die unter 16-jährigen an Alkohol? Warum sind sie die größten Nörgler, wenn es um Jugendschutz geht? Warum verstehen sie nicht, dass der Jugendschutz eingehalten werden muss? So was gab es schon immer, aber früher ist man weit gelaufen und hat sich zu fünft ein Bier geteilt und hat sich dann schon cool gefühlt. Heute geht man mit der Wodkapulle hinter die „Sonne“...

„wir streben nach christlicher Tugend“: Lästereien, Lügen… das hat nicht viel mit christlichen Tugend zu tun.

„das Irdische gilt uns nicht viel“: Das stimmt ja auch nicht. Ob es Alkohol ist oder Zigaretten, tolle Klamotten, coole Freunde, schickes Auto, der Superjob... Der Stellenwert dieser weltlichen Dinge ist meist sehr hoch. Aber wie können wir diese Dinge ändern? Der Grundstein dazu liegt wohl in der Bereitschaft, dass wir uns ändern. Zum Beispiel sollten wir die Jugendleitung nicht als Gegner, der uns den Spaß verdirbt, ansehen, sondern als Freund, der uns helfen will und es besser weiß. Damit wären schon mal einige der Werte wiederhergestellt (Respekt und Achtung vorm Alter, vor Erfahrung). Zum anderen können wir versuchen, auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten oder den Konsum einzuschränken. Oder auch unangenehme Arbeiten machen, wozu wir nicht wirklich Lust haben, die aber einfach notwendig sind. Es ist eben nicht immer nur einreißen auf dem TGO, sondern auch Müll sortieren.

 
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